Angaben zur Identifikation |
| Signatur: | RM_T_0018 |
| Signatur Archivplan: | RM_T_0018 |
| Archivalienart: | Fahrzeug |
| Titel: | Bm 4/4 II 18451 |
| Fahrzeugnr.(aktuell): | 92 85 88-40 451-9 (in Betrieb) |
| Fahrzeugtyp: | Triebfahrzeug Streckenlokomotive |
| Bauart: | Thermisch (Diesel) |
| Betriebsbereitschaft: | II Funktionsfähig |
| Typenbild: |
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| Baujahr: | 1939 |
| Betriebszeitraum: | 1939 - ca. 1969 |
| Hersteller: | Schweizerische Lokomotiv- und Maschinenfabrik SLM / Brown, Boveri & Cie. BBC / Sulzer AG |
| Fahrzeugstandort: | Depot Olten |
| Wissenswert: | Die beiden Am 4/4 / Bm 4/4 II waren Leichtbaulokomotiven mit diesel-elektrischem Antrieb. Sie wurden im Jahre 1937 für die Führung von Reisezügen auf damals noch nicht elektrifizierten Strecken wie Basel – Winterthur – Schaffhausen – Romanshorn oder Palézieux – Payerne – Lyss – Solothurn bestellt und sollten die noch eingesetzten Dampflokomotiven ersetzen. Sie waren die ersten Lokomotiven mit der für die späteren Re 4/4 I 10027 - 10050 «Badwännli» charakteristischen Kastenform, passend zu den Leichtstahlwagen. |
| Informationen zur Fahrzeugfamilie/Fahrzeugserie: | Für den angedachten Einsatz – die Führung von Reisezügen auf noch nicht elektrifizierten Strecken anstelle der Dampftraktion – wurde eine Diesellokomotive geplant. Das Pflichtenheft umfasste dabei: - Die Führung von Reisezügen auf Strecken mit Steigungen bis 12 ‰ sowie mit häufigen Anfahrten - Anhängelasten von 120 bis 140 t - Höchstgeschwindigkeit von 110 km/h - Eine Achslast von max. 16 t - Einrichtung für die Fernsteuerung von einer zweiten gleichen Lok oder von einem Steuerwagen aus - Heizgenerator für 1000 V / 50 Hz - Zudem sollte das äussere Erscheinungsbild passend zu den damals modernen Leichtstahlwagen gestaltet sein. Das Pflichtenheft ergab eine Lok mit einem Dieselmotor mit ca. 1000 – 1200 PS (735 – 888 kW). Damit sollten alle Reisezüge befördert werden können und Dampflokomotiven nur noch für Güterzüge eingesetzt werden.
Der erste Entwurf der Schweizerischen Lokomotiv- und Maschinenfabrik in Winterthur (SLM) war ein diesel-elektrischer Gepäcktriebwagen. Die SBB bestellten Ende 1937 zwei Fm 4/5, das Projekt wurde aber kurz nach der Bestellung in zwei Lokomotiven abgeändert. Sie erhielten die Bezeichnung Am 4/4 Nummer 1001 und 1002. Die beiden Loks wurden 1939 ausgeliefert. Lok 1001 war im Mai 1939 an der Landesausstellung in Zürich ausgestellt, mit Lok 1002 wurden im Sommer 1939 Probefahrten durchgeführt. Ab Herbst 1939 wurden sie planmässig eingesetzt. Bereits 1941 wurden beide Loks wegen des kriegsbedingten Treibstoffmangels zeitweise stillgelegt. Da während den Kriegsjahren auch die Kohle Mangelware war, wurden gleichzeitig weitere Strecken elektrifiziert. Die ursprünglich vorgesehenen Einsatzgebiete für die Loks schrumpften immer mehr.
Von September 1962 bis Dezember 1964 wurden beide Lokomotiven umgebaut. Nebst einer Revision R3 erhielten sie neue Getriebe mit einer geänderten Übersetzung (Höchstgeschwindigkeit neu 75 km/h, dafür höhere Zugkraft), eine Fremdventilation für die Fahrmotoren und Düsenlüftungsgitter anstelle der Jalousien in den Seitenwänden. Dabei wurden zusätzlich 1 (linke Seite) bzw. 2 (rechte Seite) Fenster durch Düsengitter ersetzt. Die neu als Bm 4/4 II 18451 und 18452 bezeichneten Lokomotiven waren nun hauptsächlich auf der Strecke Etzwilen – Singen eingesetzt. Nach der Einstellung des Personenverkehrs auf dieser Strecke wurden die Loks mit dem Hilfswagen und auf gelegentlichen Sonderfahrten eingesetzt.
1989 erhielt Lok 18451 in der HW Biel eine R1 mit Neuanstrich und wurde als historisches Triebfahrzeug klassifiziert. Seit 1990 ist sie in Olten stationiert und wird in betriebsfähigem Zustand unterhalten. |
| Fahrzeugchronik: | 1939 Inbetriebnahme der Am 4/4 1001 und Stationierung in Winterthur / Ausstellung an der «Landi 1939» 1941 - 1943 Remisierung wegen Treibstoffmangels 1944 - 1946 Einsatz ab Lausanne auf der Broye-Linie 1947 - 1960 Einsatz und Reserve in Genève auf der Strecke Genève-La Plaine 1960 - 1969 Einsatz ab Winterthur auf der Strecke Etzwilen-Singen 1962 - 1963 Umbau durch SBB HW Zürich (u.a. neue Getriebe und Reduktion der Höchstgeschwindigkeit von 110 km/h auf 75 km/h. Daher die Umzeichnung der Lokomotiven von Am 4/4 zu Bm 4/4) 1969 - 1990 Hilfswagen-Lok, Diesel-Reserve und Sonderfahrten ab Winterthur 1990 - Als historisches Fahrzeug in Olten. Betreut durch das Team 10439 Historische Loks Olten 2001 Übergabe von SBB an SBB Historic |
| Veröffentlichungen: | [Schneeberger, Hans: Die elektrischen und Dieseltriebfahrzeuge der SBB. Band I: Baujahre 1904 - 1955. Verlag Minirex Luzern 1995, S. 239-244. ISBN 3-907 014-07-3] [Liechty, Roman: Das Eisenbahn-Rollmaterial an der Schweizer. Landesausstellung 1939. Schweizerische Bauzeitung 113/114 (1939), Heft 3: Sonderheft zum 26. Kongress U.I.T., Seiten 31-37, abgerufen am 1.9.2026 über https://doi.org/10.5169/seals-50539] [H. Loosli: Die neuste Entwicklung der Diesellokomotiven der SBB. Schweizerische Bauzeitung, Band 79 (1961), Heft 24: SIA 67. Generalversammlung in Winterthur vom 23. – 25. Juni 1961, Seiten 409-421, abgerufen am 1.9.2026 über https://doi.org/10.5169/seals-65547] |
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Sammlungskontext |
| Besitzverhältnis: | Eigentum |
| Eigentümer: | SBB Historic |
| Leihnehmer: | Verein Team 10439 Historische Loks Olten |
| Betreuer: | Verein Team 10439 Historische Loks Olten |
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Masse und Gewichte |
| Länge über Puffer [mm]: | 14900 |
| Breite [mm]: | 2950 |
| Höhe [mm]: | 4220 |
| Bezugslinie (Lichtraumprofil): | EBV 1 |
| Geschwindigkeit max. vorwärts/ rückwärts [km/h]: | 75 / 75 |
| Dienstgewicht [t]: | 66,0 |
| Grösste Achslast [t]: | 16,8 |
| Reibungsgewicht [t]: | 66,0 |
| Meterlast [t/m]: | 4,4 |
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Antrieb |
| Antriebsart: | Diesel-elektrisch; 4 Fahrmotoren; Sulzer 8-Zylinder-Dieselmotor. Getriebeübersetzung: 13 : 95 |
| Steuerung: | Widerstands-Servoregler von BBC |
| Leistung [kW]: | am Rad: 610 kW (830 PS) an der Welle: 4 x 156 kW |
| Anfahrzugkraft [kN]: | am Rad: 112 kN (11400 kp) |
| Stundenzugkraft [kN]: | am Rad: 59 kN (6000 kp) bei v=37,5 km/h |
| Kolbenhub [mm]: | Kolbenhub: 360 mm / Kolbendurchmesser: 280 mm |
| Verbrauch Kohle: | Ca. 6 l Diesel pro km Streckenfahrt. Tankinhalt: 1'700 l |
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Ausstattung |
| Heizung: | Elektrisch (1000V) |
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Fahrwerk und Bremsen |
| Anzahl Achsen: | 4 (4 Triebräder) |
| Max. Achsstand [mm]: | 11000 |
| Max. innerer Achsstand [mm]: | 5600 |
| Drehzapfenabstand [mm]: | 8300 |
| Achsabstand im DG [mm]: | 2700 |
| Laufkreisdurchmesser [mm]: | 1040 |
| Radlagertyp: | Gleitlager |
| Radprofil: | SBB 28-2 |
| Automatische Druckluftbremse: | Oerlikon O-GP |
| Direkte Bremse (Regulierbremse): | Westinghouse |
| Elektrische Bremse: | nein |
| Schleuderbremse: | Nein |
| Feststellbremse: | Spindelbremse |
| Bremsgewicht [t] / Bremskraft [kN]: | G: 39 t / P: 53 t / R: - |
| Festellbremsgewicht [t] / Bremshaltekraft [kN]: | 2 x 13 t |
| Bremsverhältnis [%]: | G: 59 / P: 80 / R: - |
| Hemmschuhe [Anzahl]: | 4 |
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Technische Ausrüstung und Besonderheiten |
| Zugheizung: | Anschlüsse für Elektroheizung 1000 V vorne und hinten |
| Speiseleitung: | Ja |
| Signalleitung: | Vielfachsteuerleitung (Vst): Nein UIC-Leitung: Nein |
| Zugbeeinflussung: | ZS Integra ETM-S21 Zugfunk: Nein |
| Technische Besonderheiten: | Die Am 4/4 / Bm 4/4 II waren Leichtbaulokomotiven, deren Achsdruck max. 16 t betragen sollte. Kasten, Rahmen und Drehgestelle wurden bei der Schweizerischen Lokomotiv- und Maschinenfabrik Winterthur (SLM) in Auftrag gegeben. Der Dieselmotor ist ein Viertaktmotor mit acht Zylindern in Reihe der Sulzer AG in Winterthur. Die Aufladegruppe aus Abgasturbine und Aufladegebläse sowie die gesamte elektrische Ausrüstung stammt von Brown, Boveri & Cie. in Baden (BBC).
Die Bm 4/4 II besitzen zwei identische zweiachsige Drehgestelle mit je einem Elektromotor pro Achse und gefederten Achsantrieben der Bauart BBC. Der Drehgestellrahmen besteht aus einer geschweissten Hohlkonstruktion. Er stützt sich über Schraubenfedern auf die vier Achslagergehäuse ab. Die Radsätze sind mit Gleitlagern ausgerüstet. Der Rahmen besteht aus zwei geschweissten Längsträgern. Der Lokkasten liegt auf je einem Wiegebalken pro Drehgestell und stützt sich über Kugelpfannen und beidseitige Blattfedern auf den Drehgestellrahmen ab. Die Übertragung der Zug- und Bremskräfte auf den Kasten erfolgt über die Drehzapfen. Der Kasten besteht aus Stahlblech, einzelne Teile wie Querwände, Dachaufsätze, Jalousien oder Verschalungen sind aus Leichtmetall.
Die Lokomotiven verfügten über einen aufgeladenen wassergekühlten Reihen-Achtzylinder-Dieselmotor von Sulzer mit senkrecht angeordneten Zylindern. Die Aufladegruppe, bestehend aus Abgasturbine und Aufladegebläse, stammte von BBC. Der Hubraum des Dieselmotors beträgt 177'337 cm³ (pro Zylinder 22'167 cm³). Die Bohrung beträgt 280 mm, der Hub 360 mm. Zylinder und Zylinderköpfe bestehen aus Grauguss, die Kolben aus Leichtmetall. Die Stundenleistung/Nennleistung des Motors beträgt 880 kW/1200 PS bei 750 U/Min., die Dauerleistung 770 kW/1050 PS bei 660 U/Min. Der Dieselmotor ist fest mit einer Generatorgruppe gekoppelt und zusammen auf einer geschweissten Grundplatte aufgebaut. Die Generatorgruppe besteht aus einem Hauptgenerator für die elektrischen Fahrmotoren, einem Generator für die Heizspannung und einem Hilfsgenerator. Die vier Fahrmotoren sind parallel geschaltet und werden vom Hauptgenerator mit Gleichstrom von max. 650 V gespiesen. Die Leistung des Heizgenerators (1'000 V / 37-63 Hz, je nach Drehzahl des Dieselmotors) beträgt 100 kW als Dauerleistung, maximal 120 kW. Mussten Reisezüge geheizt werden, stand entsprechend weniger Leistung des Dieselmotors für die Traktion zur Verfügung. Der Hilfsgenerator erzeugt die Erregerspannungen für den Haupt- und den Heizgenerator sowie die Spannungen für das Laden der Anlassbatterie und für den Kühlerventilator des Dieselmotors. Zur Zugkraft- und Geschwindigkeitsregelung standen 9 Fahrstufen zur Verfügung. Die Stufen 1 bis 3 dienten lediglich als Anfahrstufen. Die Fahrstufen 4-7 regelten den Motor auf die folgenden Drehzahlen / Leistungen: 4: 430 U/Min. – 345 kW/470 PS 5: 560 U/Min. – 435 kW/590 PS 6: 550 U/Min. – 540 kW/730 PS 7: 670 U/Min. – 650 kW/890 PS Stufe 8 entspricht der zulässigen Dauerleistung: 660 U/Min. – 770 kW/1050 PS Stufe 9 entspricht der Stundenleistung: 750 U/Min. – 880 kW/1200 PS.
Die Bremsausrüstung besteht aus einer automatischen Druckluftbremse mit Führerbremsventil FV3 Oerlikon, einer Regulierbremse Westinghouse sowie einer Spindel-Handbremse in jedem Führerstand, welche jeweils auf das darunterliegende Drehgestell wirkt. Sämtliche Räder werden beidseitig gebremst und verfügen über je vier Bremssohlen. Eine elektrische Bremse wurde nicht installiert. |
| Die Lok besitzt Sanderrohre vor den Achsen 1 und 4. Bei Bedarf kann vor der jeweils ersten Achse gesandet werden. Die Kühlluft wurde beidseitig durch je drei Jalousien angesaugt. Darüber befanden sich drei Fenster. Beim Umbau zur Bm 4/4 II – Lok 18451 ab September 1962 bis Juli 1963, Lok 18452 danach bis Dezember 1964 – erhielten die Loks Düsenlüftungsgitter anstelle der Jalousien, und auf der rechten Seite wurden zwei und links ein Fenster durch zusätzliche Düsenlüftungsgitter ersetzt. Die Kühlung der Fahrmotoren übernahm eine Fremdventilation. Mit neuen Getrieben wurde die Höchstgeschwindigkeit von 110 km/h auf 75 km/h reduziert, dafür konnte die Zugkraft etwas erhöht werden.
Zulässige Anhängelasten im Einsatz als historisches Fahrzeug: bei 0 Promille Steigung: 350 t bei 10 Promille Steigung: 200 t bei 26 Promille Steigung: 80 t |
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| Typenzeichnung: |
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Benutzung |
| Erforderliche Bewilligung: | Sammlungsleitung |
| Physische Benützbarkeit: | Erschwert möglich |
| Zugänglichkeit: | Nicht öffentlich |
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URL für diese Verz.-Einheit |
| URL: | https://www.sbbarchiv.ch/detail.aspx?ID=510166 |
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