Angaben zur Identifikation |
| Signatur: | RM_W_0108 |
| Signatur Archivplan: | RM_W_0108 |
| Archivalienart: | Fahrzeug |
| Titel: | M3 60001 |
| Fahrzeugnr.(aktuell): | 42 85 32-30 001-2 (ausser Betrieb) |
| Fahrzeugtyp: | Güterwagen Flachwagen |
| Betriebsbereitschaft: | III Nicht funktionsfähig |
| Typenbild: |
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| Baujahr: | 1872 |
| Hersteller: | Maschinenfabrik und Giesserei Kirchheim (D) |
| Fahrzeugstandort: | Depot Delémont |
| Wissenswert: | Der M3 60001 ist ein typischer 2-achsiger Flachwagen mit Wandhöhe von 60 cm oder weniger aus der Zeit um 1870. Er gehört zu der in den Jahren 1872/1873 gebauten Serie SS 1674-1723 bzw. ab 1874 M3 8001-8050 der Nord-Ost Bahn (NOB). Die Bezeichnung SS steht für Steintransportwagen. |
| Informationen zur Fahrzeugfamilie/Fahrzeugserie: | Fahrzeug der Serie NOB SS 1674-1723, später NOB M2 8001-8050 (50 Wagen)
Die ehemaligen schweizerischen Privatbahnen hatten in der Zeit zwischen 1860 bis 1900 eine grosse Anzahl zum Teil sehr ähnlicher zweiachsiger Flachwagen im Stil des erhaltenen M3 beschafft, trotzdem sind nur sehr wenige erhalten geblieben. Am übernommenen Wagen fehlte ein grosser Teil der Anschriften und leider auch die Wagennummer, die Typenbezeichnung M3 war dagegen noch vorhanden. Anhand der Abmessungen und des Achsstandes konnte herausgefunden werden, dass es sich nur um die Serie 8001-8150 der Nord-Ost Bahn (NOB) handeln kann. Die noch heute vorhandene Aufhängung der früher vorhandenen Spindel-Bremse ermöglichte eine noch genauere Zuordnung. Der erhalten gebliebene Flachwagen stammt aus der zwischen 1872 und 1873 von der Maschinenfabrik und Giesserei Kirchheim (Deutschland) gelieferten Serie SS 1674-1723. Ein solcher Steintransportwagen (SS) kostete damals gemäss dem Rollmaterialverzeichnis Fr. 3895.-. Bereits 1874 änderte die Nordostbahn die Nummerierung auf SS 8001-8050. Zwischen 1880 und 1887 wurde die Bezeichnung von SS auf M2 geändert, die Wagennummern blieben dieselben. Bei der 1902 durchgeführten Verstaatlichung vieler Bahnen erhielt die Serie die SBB Bezeichnung M3 60001-60050. Einige Wagen der Serie sollen 1925 zu Schotterwagen umgebaut worden sein, erschienen 1927 aber wieder als M3 mit Ihrer alten Nummer im Verzeichnis. Zwischen 1936 bis 1947 wurden alle noch verbliebenen Wagen ausrangiert und teilweise als Werkwagen an diverse Interessenten verkauft. Mindestens ein Wagen gelangte zur damaligen BBC, der späteren ABB, von welcher die HEG den Wagen 1991 übernehmen konnte. [Quelle: Website des Vereins Historische Eisenbahn Gesellschaft (HEG)] |
| Fahrzeugchronik: | 1872/1873 Baujahr. Inbetriebsetzung als SS 1xxx (Wagen aus der Serie SS 1674-1723, die genaue Nummer ist nicht bekannt) 1874 Umnummerierung der Serie zu SS 8001-8050 1880-1887 Umzeichnung der Serie von SS zu M2 1902 SBB-Umzeichnung der Serie zu M3 60001-60150 1936-1947 Ausrangierung der Wagen. Einige der Wagen wurden als Werkwagen verkauft. 1991 Der Verein Historische Eisenbahn Gesellschaft (HEG) übernimmt den Flachwagen von der BBC. 1991-1993 Restaurierung durch die HEG. Beschriftung mit der fiktiven Nummer M3 60001, der ersten Nummer der Serie, da am Wagen selber keine Nummer erkennbar war. Auf die Rekonstruktion des Bremsersitzes und der Handbremse verzichtete die HEG bei der Restaurierung aufgrund der noch ungenügenden Dokumentation. 1995 Remisierung in Delémont 2015 Schenkung des Wagens M3 60001 NOB/SBB von der Historischen Eisenbahn Gesellschaft (HEG) an SBB Historic. |
| Veröffentlichungen: | [http://www.volldampf.ch/de/Fahrzeuge/SBB_M3_60001] |
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Sammlungskontext |
| Besitzverhältnis: | Eigentum |
| Eigentümer: | SBB Historic |
| Betreuer: | Verein Historische Eisenbahn Gesellschaft (HEG) |
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Masse und Gewichte |
| Länge über Puffer [mm]: | 7365 |
| Bezugslinie (Lichtraumprofil): | EBV 1 |
| Gewicht Tara [t]: | 5,4 |
| Gewicht Brutto [t]: | 20,4 |
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Fahrwerk und Bremsen |
| Anzahl Achsen: | 2 |
| Max. Achsstand [mm]: | 3450 |
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Technische Ausrüstung und Besonderheiten |
| Technische Besonderheiten: | Im Rahmen der Revision wurden die morschen Holzteile demontiert und der Rahmen in der HW Olten sandgestrahlt und grundiert. Nach der überführung nach Delémont zeigte sich bald, dass an einigen Stellen des Rahmens Schweissarbeiten nötig waren, teilweise mussten sogar Verstärkungen angebracht werden. Der Holzboden, ursprünglich doppelt (d.h. kreuzweise) ausgeführt, wurde nur in einfacher Konstruktion, jedoch mit dickeren Brettern aus alten SBB Güterwagen ersetzt. Die Speichenachsen wurden ausgebaut, die Achslager ausgewaschen und neue Schmierpolster eingebaut. Zum Teil wurden die alten Öffnungen für die früher übliche Oberschmierung neu angefertigt. Das Fahrzeug verfügt über 2 NOB und 2 SBB Achslager.
Ursprünglich verfügte der Wagen über eine Handbremse und einen Bremsersitz. Auf die Rekonstruktion des Bremsersitzes und der Handbremse wurde aufgrund der noch ungenügenden Dokumentation vorerst verzichtet.
Einer der letzten Wagen, der damit ausgerüstet ist, und damit einzigartig ist die noch vorhandene Sicherheitskupplung (Scherhaken). Diese bis ca. 1900 übliche Ausrüstung diente bei einem Defekt der ordentlichen Schraubenkupplung als "Notkupplung". |
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| Ansichtsbild: |
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| Typenzeichnung: |
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Benutzung |
| Erforderliche Bewilligung: | Sammlungsleitung |
| Physische Benützbarkeit: | Erschwert möglich |
| Zugänglichkeit: | Nicht öffentlich |
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URL für diese Verz.-Einheit |
| URL: | https://www.sbbarchiv.ch/detail.aspx?ID=511876 |
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